Neuseeland - hoch zu Ross

Meine Reise zu den Sehnsuchtsinseln
 

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Also, das bin ich. Lehramtsstudentin aus Wien, 20 Jahre alt, blablabla, eher uninteressant.

 

Wichtig ist ja, wie ich zu dem Entschluss kam, nach Neuseeland zu gehen. Nun, da muss ich wohl 15 Jahre in die Vergangenheit gehen, denn zu diesem Zeitpunkt fand ich meine Begeisterung fürs Reiten, was ich bis heute auch noch mit zwei entzückenden Schmusern mache. 

Auf jeden Fall gab und gibt es immer noch Fernsehserien, die Auswanderungen von jungen Frauen mitverfolgten, die definitiv den falschen Beruf im Ausland gewählt haben. Man darf auch einer richtigen Ranch in Australien eben nicht um seine Gelnägel oder seine Frisur besorgt sein. Oder sich auf einer Rinderfarm davor scheuen, beim Kastrieren eines Stiers auszuhelfen. Da kam in mir erstmals die Idee, selbst einmal ein halbes Jahr auf so einer Ranch zu verbringen. Ich habe immerhin kein Problem mit dreckigen Fingernägeln und bei einer Kastration wollte ich sowieso schon immer mal dabei sein. Also informierte ich mich mal über meine Möglichkeiten. Ich fasste Australien ins Auge, Südafrika, Argentinien und sogar Kanada. Letzteres war mir dann aber doch zu kalt. Und irgendwann stieß ich auf diese seltsamen Inseln im pazifischen Ozean, die so ganz anders waren, als alles, was ich bisher gesehen hatte. Neuseeland. Und von diesem Moment an, wollte, musste ich dorthin. Neuseeland hatte mich in seinem Bann und es gab keine andere Antwort mehr auf die Frage nach meinem Reiseziel. 

Damals stand ich kurz vor meinem Abschluss. Für so eine lange Reise eine echt blöde Zeit. Im Jahr darauf, gerade als ich mit meinem Studium begann, verbrachte ich Tage und Nächte damit, über 400 Farmen aus dem Internet zu suchen und anzuschreiben. Allerdings war es schwer, etwas für drei Monate zu bekommen. Damals wollte ich von Juli bis Ende September bleiben, Studentenferien eben. Doch in dieser Zeit ist es auf der anderen Seite der Welt bekanntlich tiefster Winter und Arbeit auf einer Ranch ist da ziemlich rar. Und doch bekam ich ein paar positive Zusagen, woraufhin ich mich im April für das Working Holiday Visum bewarb, das ich unbedingt brauchte. Allerdings gibt es für Österreich nur 100 Stück und man hat extrem wenig Zeit, um alle Formulare korrekt auszufüllen. Nun ja, was soll ich sagen? Ich war um zehn Sekunden zu langsam, mir hätte noch ein Häkchen gefehlt, um den Vorgang abzuschließen. Im Zuge dessen rief ich um zwei Uhr früh bei der neuseeländischen Botschaft an, schimpfte zuerst auf Deutsch, dann auf Englisch und schließlich auch auf Spanisch über dieses bekloppte System.

Ich war zu Tode betrübt, sprach aber von nichts anderem als  Neuseeland und beschloss sogar, die Fortsetzung meines Krimis in Auckland spielen zu lassen. Ich wollte da unbedingt hin, koste es, was es wolle. Also versuchte ich es im nächsten Jahr erneut. Von den Erlebnissen des Vorjahres schon klüger, richtete ich eine kleine Station zu Hause ein. Drei Leute vor Ort und fünf Freunde, denen ich per Handy Anweisungen gab, arbeiteten an insgesamt 12 Computern daran, dieses Visum zu bekommen. Doch selbst das half nichts, der Server war total überfordert und wir kamen nicht einmal in das System hinein. Doch ich ließ mich nicht abhalten. Ich informierte mich auf allen möglichen Seiten, schlug mir Nächte damit um die Ohren, eine Lösung zu finden, denn ich hatte mittlerweile beschlossen, länger zu bleiben und mein Studium auszusetzen.

Ich suchte mir immer wieder Flüge heraus und stellte schon eine Reiseroute zusammen, doch irgendwie wurde das Ganze nie konkret. Na und wie das Leben so spielt, genau zu dem Zeitpunkt trat mein Freund in mein Leben. Ich hatte den Gedanken fast schon aufgegeben, als ich eine Antwort auf eine Anfrage bekam, die ich zwei Jahre zuvor versendet hatte. Eine positive Antwort von einer Ranch, die in meinen Augen einfach perfekt war. Direkt am Strand in meiner eigenen "batch", mit atemberaubenden Sonnenuntergängen und einer super lieben Gastmutter könnte ich die Zeit meines Lebens verbringen.

Ich habe echt lange überlegt, doch dann arbeitete eines Tages in einem von Wiens Bädern als Kinderanimation. Das Wetter war schlecht und niemand war da, den wir hätten animieren können. Wir hatten unseren Stand vor einem Wellenbecken aufgestellt, das irgendwann plötzlich eingeschalten wurde. Ich saß also da und beobachtete, wie die Wellen gegen den Beckenrand schlugen. Vor meinen Augen sah ich allerdings das Meer, hinter mir der Regenwald, eine idyllische Landschaft, die ein Leben in purem Glück und Sorglosigkeit versprach. Mich überfiel plötzlich das Fernweh, eine solche Sehnsucht, dass ich mein Handy nahm, im Reisebüro anrief und meinen Flug reservierte. Zum Glück habe ich den wunderbarsten Freund der Welt, der sich für mich freute und unbedingt wollte, dass ich diese einmalige Chance ergreife.

 

Tja, und nun sitze ich hier im Bus auf dem Weg zum Zahnarzt, der im letzten Augenblick  noch meinte, mir eine Füllung zu verpassen, weil ich ja in den letzten sechs Tagen vor meinem Abflug nichts Besseres zu tun habe.

Auf jeden Fall, wars das erstmal für den Anfang zu mir und meinem Neuseeland.

 

Alter: 22
 

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